Contra Grüne Gentechnik

Dieser Artikel wurde in der Oktoberausgabe der Uni-Zeitung BLICK 3/2007 veröffentlicht:

Von Befürwortern wird die Grüne Gentechnik, auch Agro-Gentechnik, oft als „Zukunftstechnologie“ und „Wachstumsmotor“ bezeichnet. Für die Gegner ist sie vielmehr eine „Risikotechnologie“, deren Gefahren in keinem Verhältnis zu den Chancen stehen. Ihr Einsatz erhöht die Gesundheits- und Umweltrisiken in einem nicht abzuschätzenden Maß. Er gefährdet die Verbraucherrechte, fördert die Bildung von Monopolen bzw. Oligopolen im Bereich der Saatgut- und Pflanzenherstellung und führt paradoxerweise vielleicht zu mehr Hungerleidenden als wir heute haben. Der Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und so hauptsächlich in der Lebensmittelproduktion verstärkt die Tendenz der Entfremdung unserer Ernährung von der Natur. Die Nahrung wird industrialisierter, uniformierter und damit ungesünder. Es gibt keine Studien zu mittelfristigen oder gar langfristigen Folgen des Konsums genveränderter Lebensmittel. Der Konsument ist nichts weiter als ein Versuchsobjekt in einem riesigen Experiment, dessen Ergebnis nicht abzuschätzen ist. Eines der Hauptanwendungsgebiete der Agro-Gentechnik ist die Immunisierung von Pflanzen gegen Herbizide, damit diese bei der Anwendung von Unkrautmitteln unversehrt bleiben. Die vermehrte Anwendung dieser Spritzmittel hat negative Auswirkungen auf das Grundwasser. Dabei ist die Entwicklung von Resistenzen des Unkrauts gegen die Herbizide trotzdem nicht ausgeschlossen. Die möglichen Auswirkungen auf Nützlinge, Bodenlebewesen und den Boden selbst sind nicht abschätzbar. Dabei stellen gerade diese Lebewesen eine umweltverträgliche Alternative zum Einsatz der Agro-Gentechnik dar. Auch ist unklar, wie man die drei von vier Bundesbürgern, die den Einsatz der Agrar-Gentechnik ablehnen, vor dem unwissentlichen Konsum genveränderter Lebensmittel schützen kann. Durch den Pollenflug ist es unmöglich, klar zwischen den Anbauflächen zu trennen. Wer schützt den Bio-Landwirt vor den Pflanzen seines Nachbarn, der genetisch verändertes Saatgut verwendet? Und wer haftet in diesem Falle für die Schäden? Und letztlich birgt die Agro-Gentechnik noch Risiken für den Wettbewerb auf dem Agrarmarkt. Durch die Veränderung am Saatgut ist dieses patentierbar und als Hybrid unter Umständen nicht mehr fruchtbar. Wo man früher einfach Teile der Ernte für das nächste Jahre wieder aussähen konnte, muss man künftig auf kommerzielle Produkte zurückgreifen und macht sich von deren Produzenten abhängig. Gerade für Landwirte in ärmeren Ländern und deren Konsumenten hat dies oftmals fatale Folgen.

3 Comments RSS Kommentare

  1. Matthias Gauger » Jetzt. Fuer Morgen! » Veranstaltungshinweis: Percy Schmeiser in Dettelbach (20. Juni 2008, 12:23).

    [...] InhaltlichesContra Grüne Gentechnik [...]

  2. Matthias Gauger » Jetzt. Fuer Morgen! » Mit Sepp Daxenberger bei der Vollkornbäckerei Köhler (7. September 2008, 08:32).

    [...] Contra Grüne Gentechnik [...]

  3. valentina brunner (1. Juni 2010, 12:05).

    hallo
    ich hätte da eine frage:
    stimmt es, dass wenn man genmanipulierte produkte isst, dass dadurch die gene oder das erbgut negativ verändert wird? wenn man dann ein kind auf die welt bringt, ist dieses dann behindert oder verkrüppelt?
    wie wirkt sich genmanipuliertes essen auf unsere gesundheit aus?
    liebe grüße,
    valentina brunner

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