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Auf Gentechnik verzichten

Nachfolgender Text von wurde im Magazin Sprachrohr des Sprecher- und Sprecherinnenrates veröffentlicht:

Seit den 1990er Jahren sind Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen in Europa auf dem Markt. Meist handelt es sich dabei um Soja oder Maisprodukte. Diese Lebensmittel müssen mit dem Zusatz „genetisch verändert” oder „aus genetisch verändertem … hergestellt” gekennzeichnet werden. Allerdings erst wenn der Anteil der gentechnisch veränderten Organismen über dem Schwellenwert von 0,9% liegt. Aber warum sollte man auf diese Lebensmittel verzichten? Die Befürworter der Agro-Gentechnik argumentieren, man solle dem Verbraucher Wahlfreiheit lassen und er könne
über seinen Konsum selbst entscheiden, dass er lieber gentechnikfrei leben wolle. Doch das ist leicht gesagt. Neben den möglichen gesundheitlichen Folgen, die aufgrund der wenigen Erfahrungswerte,
nicht abschätzbar sind, gibt es auch wichtige ökologische, soziale, ökonomische und politische Gründe gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft.
Ihr Gebrauch erhöht oftmals die eingesetzte Menge an Insektiziden, Herbiziden und Pestiziden. Dadurch werden aber auch Nutzpflanzen und Nützlinge abgetötet. Ihre Anpflanzung wäre durch Pollenflug und Ähnlichem nur unter riesigem Aufwand, der bislang nicht betrieben wird, eingrenzbar. Mittelfristig wird sich die Pestizid-Resistenz von Unkräutern erhöhen.
Darüber hinaus verüfgen wenige Großkonzerne über die Patente für das veränderte Saatgut. Nur wer von ihnen das Recht für die Aussaat erwirbt, darf es anpflanzen. Doch eine Abkehr ist nach einmaliger Aussaat bei nachwachsendem Saatgut nicht mehr möglich. Veränderter Samen kann nie vollständig aus dem Boden entfernt werden. So gibt es in Kanada keinen reinen Raps- und Sojasamen mehr. Imker können dort ihren Honig nicht mehr überall verkaufen. Gerade die Import-Abhängigkeit von Entwicklungsländern erhöht sich dadurch immens. Insbesondere weil der Samen meist in Verbindung mit bestimmten Unkrautvernichtungsmitteln eingesetzt wird. Letzte stammen meist direkt vom Saatgut-Hersteller.

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