Folgender Artikel von mir wurde in Juni-Ausgabe der Uni-Zeitung “Sprachrohr” veröffentlich:
Wyhl, Brokdorf, Kalkar und Wackersdorf werden den Wenigsten von uns noch ein Begriff sein. Wozu auch? Damals protestierten Hundertausende Atomkraftgegner und Friedensbewegte gegen Kernkraftwerke, „schnelle Brüter“ und Wiederaufbereitungsanlagen. Musste man sich damals noch mit schlechtem Wetter, weiter Anreise und Polizisten auseinander setzen, geht der Ausstieg heute über wenige Klicks am heimischen PC.
Warum aussteigen? Noch immer wird an zwölf Standorten in der Bundesrepublik Atommüll produziert.
Die Entsorgung ist bis heute nicht befriedigend gelöst, Folgeschäden und Risiken sind noch immer nicht absehbar. Diverse Studien belegen, dass ab einer Betriebsdauer von etwa 20 Jahren das Risiko eines Reaktorunfalls deutlich zunimmt. Die ältesten Atommeiler Stade und Obrigheim haben Werkstoffmängel,
die auch durch Renovierungen nicht behoben werden können. Bei allen heute weltweit betriebenen Reaktortypen sind schwere Unfälle mit radioaktiven Freisetzungen möglich (nicht nur beim Tschernobyl-
Typ!). Eine Katastrophe im dicht besiedelten Deutschland würde unermesslichen Schaden verursachen und ganze Landstriche unbewohnbar machen.
Auch das immer wieder angeführte Argument der klimafreundlichen Kraftwerke stellt sich bei genauer Betrachtung als Mär heraus. Abbau und Transport von Uran sind nicht nur immens aufwändig und verursachen dadurch jede Menge klimaschädliches CO2. Der Abbau erfolgt darüber hinaus meist noch unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen, ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und mit schrecklichen gesundheitlichen Folgen für die Bergarbeiter und die einheimische Bevölkerung in den Abbaugebieten.
Nicht zu vergessen ist, dass es sich bei dem fossilen Brennstoff um eine endliche Ressource handelt deren Vorkommen nicht für alle Ewigkeit gesichert ist. Je schneller wir davon weg kommen desto besser!
Warum Wechseln?
Der deutsche Strommarkt wird von vier Unternehmen beherrscht. E.on, RWE, Vattenfall und EnBW teilen sich den Markt komplett untereinander auf. Zwar bieten auch diese Anbieter diverse Ökostrom-Tarife an. Doch ist davon abzuraten, da diese zwar den Ökostrom teilweise günstiger anbieten können als die reinen Ökostromproduzenten. Jedoch wird mit dieser Preispolitik meist nur versucht die kleinen Anbieter vom Markt zu drängen. Diese und Stadtwerke, die in kommunaler Hand sind und ihren Strom
selbst produzieren, sind zu empfehlen.
Wie Wechseln?
Nichts einfacher als das! Auf den Homepages der Ökostromlieferanten kann man sich ganz einfach für seinen Tarif entscheiden. Mit dem Ausfüllen und Absenden des Stromlieferauftrags übernimmt der neue Anbieter die Kündigung des Vertrages beim alten Anbieter. Nach Ablauf der Kündigungsfrist (meist 4-6 Wochen) kommt der neue, saubere Strom ohne Unterbrechung aus Euren Steckdosen.
Auf www.atomausstieg-selber-machen.de bietet der Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände jede Menge Informationen zu verschiedenen Anbietern und noch mehr Gründe schnell auf saubereren Strom umzusteigen.


