Sprachrohr-Fragebogen
Der nachfolgende Fragebogen wurde so in der Zeitung der Studierendenvertretung “Sprachrohr” veröffentlicht. Für die Beantwortung der Fragen standen insgesamt lediglich 1550 Zeichen zur Verfügung.
Steckbrief:
Name: Matthias Gauger
Geburtstag: 22.02.1982
Partei: Bündnis90/Die Grünen
Listenplatz: 6
Politische Schwerpunkte:
- Zukunft der bayerischen Hochschulen
- Gleiche Bildungschancen schaffen
- Mobilität für Alle – ÖPNV stärken
- Umstieg auf Erneuerbare Energien
- Mehr Mitsprache für Jugendliche
Kontaktadresse (e-mail): matthias-at-mgauger.de
Homepage: www.matthias-gauger.de
Hochschulpolitische Fragestellungen:
Studiengebühren sollen – so das BayHSchG, Art. 71 – der Verbesserung der Studienbedingungen dienen. Aufgrund von Einsparungen über Jahre hinweg stellt sich die Situation an den Bayerischen Hochschulen jedoch als extrem angespannt dar, so dass Studiengebühren eher der Aufrechterhaltung des Betriebs dienen, wie Uni-Präsident Haase selbst im Rahmen der öffentlichen Informationsveranstaltung des Studentischen Konvents im Bezug auf Bachelor/Master-Umstellung zugegeben hat.
Darüber hinaus ist die im Gesetz geforderte angemessene Beteiligung der Studierenden bei der Verwendung der Einnahmen nicht gegeben: Die paritätisch besetzten Kommissionen haben nur empfehlenden Charakter, das letzte Wort liegt die Studierenden kaum oder gar nicht beteiligt.
1) Wie stehen Sie zu Studiengebühren, was sind Ihre Perspektiven zu diesem Thema?
Das deutsche Bildungssystem ist sozial selektierend. Bildungsgrad und Einkommen der Eltern bestimmen die Bildungschancen. Gebühren ohne Befreiungsmöglichkeiten anhand von sozialen Kriterien forcieren diese Zustand. Auch dürfen sie nicht, wie in Bayern geschehen, dem Ausgleich von Kürzungen dienen. Alle in Deutschland bislang eingeführten Gebühren-Modelle sind unzureichend. Modelle einer sozialverträglichen Studienfinanzierung halte ich für möglich, wenn die Beiträge erst nach dem Studium zinslos abgeführt, soziale Kriterien berücksichtigt werden und Kürzungen ausgeschlossen sind..
Außerdem müssen Studierende an der endgültigen Mittelvergabe ausreichend beteiligt werden.
Im Rahmen der „Bologna-Delegation“ haben sich 29 europäische Staaten 1999 zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums verpflichtet, die Zahl der Unterzeichner steigt stetig an. Hochgesteckte Ziele waren u.a. leicht verständliche und vergleichbare Abschlüsse sowie die Förderung von Mobilität zwischen verschiedenen Hochschulstandorten.
Doch bei der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Master-Abschlüsse stehen die Universitäten vor großen Schwierigkeiten – leidtragende sind insbesondere die Studierenden. Denn in Zielvereinbarungen mit der Staatsregierung haben sich die Universitäten zu einer kostenneutralen Umsetzung des Bologna-Prozesses verpflichten lassen, die Vorgaben aus der Politik sind geradezu minutiös und lassen den Hochschulen und auch Studierenden keinerlei Freiheiten, das Studium ist verschult und unflexibel, die nationale und auch internationale Mobilität wird entgegen der Zielsetzung unterbunden statt gefördert, BaföG-Vorgaben widersprechen noch immer den neuen Bologna-Vorgaben (z.B. Förderungsfähigkeit nach einem Bachelor-Abschluss), umgestellte Studiengänge in Bayern sind noch immer nicht akkreditiert.
2) Was sind Ihre Ansätze und die Perspektiven Ihrer Partei zu diesem Thema?
Ich halte die Absichten eine bessere Vergleichbarkeit von Abschlüssen, mehr Flexibilität beim Hochschulwechsel, ein schnelleres Studium und eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen für richtig. Leider gibt es in der Umsetzung eklatante Mängel. Mobilität, Freiheiten im Studium und die Möglichkeit zum Ehrenamtlichen Engagement müssen erhöht werden. Der Master-Abschluss muss als Regelabschluss anerkennt werden, d.h. genug Studienplätze angeboten und Förderungen wie z.B. BAföG garantiert werden.
3) Wie wollen Sie als Mitglied des Landtags für die Universität Würzburg und ihre Studierenden Initiative ergreifen?
Als ehemaliger Studierendenvertreter sind mir die Probleme der Studierenden bekannt. Im Landtag möchte ich als regionaler- und fachlicher Ansprechpartner der Studierenden und der Hochschulleitung die Interessen der Uni vertreten. Raum- und Personalmangel sind mir die dringlichsten Anliegen. Die Erweiterung auf dem Leightons-Gelände ist ein wichtiges Zukunftsprojekt.



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