Mein Rede-Manuskript für die Aufstellungsversammlung am Samstag, den 12. April:
Liebe Freundinnen und Freunde,
Wie komme ich dazu mich hier als männlicher Spitzenkandidat zu bewerben?
Anfang Oktober war ich als Mitglied im Landesvorstand der Grünen Jugend zu einem Treffen mit der Landtagsfraktion eingeladen.
Wir saßen zusammen um über die Verjüngung der Fraktion zu diskutieren. Wir, als Grüne Jugend, waren der festen Überzeugung, die Fraktion müsse jünger und dynamischer werden. Doch was bekamen wir zu hören?
„Es ist besser erst einmal beruflich Fuß zu fassen. 5 Jahre Landtag schadet einem da nur…“
Nun stehe ich hier und frage mich: Habe ich einen Drang zur Selbstzerstörung?
Ich glaube nicht!
Und natürlich ist das nicht der entscheidende Grund, dafür dass ich nun hier stehe.
Ich habe in den zwei Jahren im Senat, dem höchsten beschlussfassenden Gremium der Uni gelernt, – - – wie man sich auch als kleine Minderheit von vier Studierenden gegen die große Mehrheit der 24 Professoren durchsetzen kann – das ist im Verhältnis sogar mehr als eine Zwei-Drittel-Mehrheit – Allein durch Engagement, Beharrlichkeit und Argumente.
Denn gerade im Hochschulbereich stehen wir in den nächsten Jahren vor ganz großen Herausforderungen.
In den Jahren 2011 und 2012 kommen, dank G8, die doppelten Abiturjahrgänge an die Unis. 2011 wird es in Bayern über 14 000 mehr Studienanfängern und über 38 000 mehr Studierenden geben als heute.
Und das obwohl wir heute schon zu wenig Hörsäle, ein katastrophales Betreuungsverhältnis und marode Bauten haben.
Und gerade für die Abiturientinnen und Abiturienten aus Unterfranken wird die Würzburger Uni weiterhin die erste Wahl für das Studium sein. Die Uni hat eine zentrale Funktion für den Standort Unterfranken.
Und Bildung ist und bleibt Bayerns wichtigste Ressource. Es sind verheerende Aussichten, wenn sich nicht endlich etwas ändert. Gerade deshalb müssen wir endlich in unsere Hochschulen investieren und für Veränderungen an den Hochschulen sorgen.
Ich habe mich die letzten fünf Jahre für Verbesserungen an den Hochschulen eingesetzt.
Diesen Einsatz möchte ich in Zukunft im bayerischen Landtag fortführen und diese Erfahrungen in die Landtagsfraktion einbringen.
Denn die Verantwortung für Hochschulen liegt einzig beim Freistaat Bayern. – - – Wir haben es in der Hand.
Doch ich war die letzten Jahre nicht nur an der Hochschule aktiv.
Während meines Praktikums bei Toni Hofreiter vor 2 Jahren – und auch danach noch – habe ich mich ausgiebig mit Verkehrspolitik und insbesondere dem ÖPNV im ländlichen Raum beschäftigt.
Und gerade die letzten Wochen haben mir noch einmal die Notwendigkeit eines guten ÖPNV in Unterfranken gezeigt.
Das Auto ist einer der größten Klimakiller überhaupt.
Wir brauchen einen umweltfreundlichen, leistungsfähigen und attraktiven Öffentlichen Nahverkehr, der die Umwelt schützt durch weniger Flächenverbrauch mit Parkplätzen und Straßenneubauten und weniger Lärmbelästigung durch weniger Verkehr (und nicht durch immer neue Umgehungsstraßen!). Und der das Klima schützt durch weniger CO2-Ausstoss und weniger Energieverbrauch.
Es besteht aber auch noch die soziale Frage der Mobilität für Menschen, die nicht die Möglichkeit haben ein Auto zu nutzen.
Und das sind in Deutschland fast 30 Millionen.
Darunter 14,8 Millionen Kinder und Jugendliche und über 6,5 Millionen Ältere und sozial Schwache beziehungsweise Menschen mit Behinderungen.
Für diese Menschen muss Mobilität gewährleistet oder endlich ermöglicht werden. In den letzten Wochen bin ich viel durch Unterfranken gereist um die einzelnen Kreisverbände zu besuchen Und wenn in Bad Neustadt fuhr der letzte vernünftige Zug nach Würzburg um 20:30 Uhr fährt.
Was spricht denn für einen solchen ÖPNV? Wie will man so den Menschen dem Umstieg vom Auto nahe bringen?
Darum möchte ich mich einsetzen, für eine bessere Vernetzung Unterfrankens durch den ÖPNV und auch eine bessere Vernetzung der unterfränkischen Grünen.
Ich sehe mich künftig als Brücke zwischen Unterfranken, den unterfränkischen Grünen und dem Landtag in München.
Ich habe in den letzten Wochen fast alle von Euch besucht. Noch einmal vielen Dank, dass ihr mir die Möglichkeit gegeben habt, mich Euch allen vorzustellen.
Das war für mich sehr spannend und interessant. Ich hoffe wir können den Kontakt künftig noch weiter ausbauen.
Denn ich möchte in München grüne Politik für ganz Unterfranken machen. Gerade dafür ist mir ein guter Draht zu Euch in die Kreisverbände sehr wichtig.
Ich stehe für einen ehrlichen Politikstil und sage euch auch ganz offen:
Ich schätze die Arbeit der Fraktion.
Doch wenn wir den Wechsel in Bayern wollen, müssen wir auch auf unseren eigenen Listen ein Zeichen der Erneuerung setzen.
Dieses Zeichen der Erneuerung möchte ich mit meiner Kandidatur auf Platz 2 setzen.
Ich habe als Grüner, der neu in den Landtag will – durch das bayerische Wahlsystem – wenn überhaupt nur hier vorne eine Chance.
Darum bitte ich Euch darum mich von einem guten Startplatz ins Rennen zu schicken.
Damit ich mit neuen Ideen für frischen Wind in der Fraktion sorgen kann und bitte ich Euch um Euer Vertrauen!
Vielen Dank!

