Bei ihrer Aufstellungsversammlung am Dienstagabend haben die Würzburger Grünen einstimmig ihren Direktkandidaten für die Landtagswahlen am 28. September 2008 gewählt: Matthias Gauger – bei nur einer Enthaltung. Dazu beglückwünschten ihn der Kreisvorsitzende Patrick Friedl und OB-Kandidat Matthias Pilz. „Mitten in den Vorbereitungen für einen erfolgreichen Kommunalwahlkampf denken wir schon an die nächste Wahl und sehen uns gut gerüstet. Mit Matthias Gauger haben wir den richtigen Kandidaten für Würzburg – jung, kompetent und enorm engagiert.“
Der 25-jährige Student, der gerade sein Studium der Politikwissenschaften abschließt, konnte bereits einige politische Erfahrungen sammeln. So engagiert er sich bis heute in Gremien der Universität, im Vorstand der Grünen Jugend Bayern und im Kreisverband der Würzburger Grünen als Kassierer und Wahlkampfkoordinator. Schon vor seinem Parteieintritt im Jahr 2003 war Matthias Gauger Gründungsmitglied und Vorsitzender der sehr erfolgreichen Grünen Hochschulgruppe (GHG) an der Universität Würzburg. Zuletzt erhielt die GHG im Juli über 30 Prozent bei den Hochschulwahlen.
In seiner Vorstellungsrede legte Gauger seinen Schwerpunkt auf die Bildungs- und Hochschulpolitik in Bayern. Auch er kritisiert die Studiengebühren, sieht aber darüber hinaus weit größere Probleme:. „Ich sehe die Gefahr, dass die Diskussion um die Studiengebühren davon ablenkt, dass die soziale Ungleichheit schon viel früher zementiert wird“, so der angehende Politikwissenschaftler. „In Deutschland hat zum Beispiel ein Arztkind nach der vierten Klasse bei gleicher Qualifikation und gleicher Intelligenz eine über doppelt so große Chance auf eine Empfehlung für das Gymnasium als das Kind eines Facharbeiters,“ so Gauger. Insbesondere in Bayern erweise sich die soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems als extrem gering. Landtagsdirektkandidat Gauger:„Die Studiengebühren sind nur noch das i-Tüpfelchen auf diesem problematischen Selektionsprozess.“
Die Hochschulen litten unter eklatantem Geldmangel, zu starren Strukturen und fehlender Autonomie, bemängelt Gauger. Das Betreuungsverhältnis in manchen Studiengängen sei erschreckend. Die Umstellung auf die Bachelor- bzw. Masterstudiengänge und die doppelten Abiturientenjahrgänge bedeuteten unter diesen Umständen eine kaum zu bewältigende Herausforderung für die Hochschulen. Matthias Gauger„Ich möchte meine Erfahrung in den Hochschulgremien und meine Kompetenzen als Vertreter und Ansprechpartner der Studierenden nutzen um die Situation an den Hochschulen zu verbessern. Dazu zählt insbesondere mehr Mitbestimmung für die Studentinnen und Studenten, sowie eine Universität, die sich primär am Wohl ihrer Lernenden orientiert.“
Neben der Bildungspolitik beschäftigte sich Gauger in der Vergangenheit im Studium, bei mehrmonatigen Auslandspraktika in Südafrika und auf den Philippinen, sowie bei diversen Praktika und in seiner politischen Tätigkeit besonders ausgiebig mit Sozial- und Wirtschaftspolitik, Verkehrs- und Energiepolitik, sowie der Entwicklungszusammenarbeit.
Landtagsdirektkandidat Gauger:„Mit einem engagierten und ambitionierten Wahlkampf möchte ich zu einem guten Ergebnis der bayerischen Grünen bei den Landtagswahlen beitragen, um dann gemeinsam mit einer größeren Landtagsfraktion die Politik in Bayern gerechter, toleranter und offener zu gestalten als dies heute der Fall ist.“ Passend zur dunklen Jahreszeit überreichte Kreisvorsitzender Friedl dem frisch gewählten Kandidaten zur „Erhellung“ für die Vorbereitungen zum Landtagswahlkampf eine große Bienenwachs-Kerze.

