Dieser Artikel von mir erschien Anfang März im Basisbrief der bayerischen Grünen:
Welch Aufschrei ging durch unsere Kreise als bei ALDI und Lidl auf einmal Bio in den Regalen auftauchte und RWE jetzt auch noch Ökostrom anbietet. Sicher sieht man diese Unternehmen sehr kritisch und würde ich auch sicher nicht zum Wechsel zum RWE-Ökostromanbieter wechseln. Doch zeigt uns dies eines: Die größte Macht liegt eben doch beim Konsumenten. Man kann den Unternehmen Vorschriften machen, man kann Verbote erlassen oder Subventionen verteilen. Letztlich funktioniert es nur darüber den Konsumenten zu informieren und zu überzeugen. Für das Unternehmen ist es irrelevant, womit es sein Geld verdient. Hauptsache Umsatz und Gewinn stimmt.
Unsere Aufgabe muss daher darin bestehen, den kritischen und aufgeklärten Bürger durch größtmögliche Transparenz alle erdenklichen Informationen über seinen Einkauf zugänglich zu machen. Dazu gehört unter anderem eine strikte, deutliche und nachvollziehbare Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln. Dazu gehören selbstverständlich alle Informationen zu Genmanipulationen oder der Verabreichung von genmanipulierter Nahrung. Aber auch realistische Verbrauchswerte beim Auto oder bei allen Elektroartikeln. Auch darf es keine rein positive Deklaration geben. Die Positiv-Begriffe „bio“, „sozialverträglich“ oder „gentechnikfrei“ müssen durch Negation auch im entgegen gesetzten Fall verwendet werden. Auf Lebensmitteln muss deutlich erkennbar sein, wenn diese aus genmanipuliertem Anbau stammen, wie sie darüber hinaus behandelt wurden und auf welchem Wege bzw. von wo sie in die Läden kamen.
Beim Kauf eines neuen Computers soll deutlich aufgezeigt werden, wie viel Strom dieser verbraucht. Es muss klar werden, welche Betriebskosten auf den Konsumenten zukommen.
Das mag sich sehr bürokratisch anhören. Der Aufschrei der Unternehmen wird kommen. Doch welch effizienteres und einfacheres Mittel für eine bessere Umwelt, eine gesündere und mündige Gesellschaft gibt es? Einzig Kosten für das Abdrucken von Werten, die dem Unternehmen sowieso bekannt sind, entstehen. Bürokratisch oder teuer ist das nicht – nur ehrlich!

